Storch trifft Bieber - die neuesten Sehenswürdigkeiten in Rothenburg ob der Tauber

Überraschung im Taubertal

Vor ein paar Wochen, wohl Anfang Mai, hatte ich eine Begegnung die ich nicht so schnell vergessen werde. Mein Freund Frank-Martin aus Hamburg ist ein seltener Gast, dem ich gerne besonders schöne Bereiche von Rothenburg zeige, um ihn häufiger in die Stadt zu locken. Wir machten deshalb einen Spaziergang durch das märchenhafte Gelände des so genannten Wildbades, hinunter zur Tauber. Ich bin so schon immer ganz verzaubert von der Magie dieses Platzes, abseits des Trubels, aber als dann plötzlich auch noch ein Bieber auftauchte, war es um mich geschehen. Was diese fränkische Kleinstadt alles zu bieten hat fasziniert mich immer wieder. Natur & Kultur in direkter Nachbarschaft.

Bieber in Franken gesucht und gesichtet

Meister Bockert, wie der Bieber als Fabelwesen genannt wird, symbolisiert „Fleiß“ und so war er auch nicht lang zu sehen, sondern bald wieder im Uferbewuchs verschwunden. Einige Tage später haben Bekannte ihn noch einmal in der Nähe der Schmelzmühle / Schandtauber gesichtet. Seit dem ist er verschollen. Bei meinen Recherchen wurde mir von einem Bieber erzählt, der im Taubertal wohl unter die Räder gekommen ist. Das wäre sehr schade, ist aber zum Glück nicht sicher, oder wir haben mehr als einen Neurothenburger. Sollte jemand von Ihnen, geschätzte Leser, mehr wissen oder einen Bieber in der Nähe von Rothenburg sichten, würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen.

Störche beziehen Penthouse in der Mittelalterlichen Stadt

Aber nicht nur Bieber haben von dieser sehenswerten Stadt in Franken gehört. Nach vielen Jahren, bis in die Siebziger Jahre waren immer wieder Paare hier, haben sich erneut Störche in der Altstadt angesiedelt. Bereits im letzten Jahr hatte sich ein Storchenpaar bei einem Kurzurlaub in Rothenburg ob der Tauber nach einer geeigneten Unterkunft umgesehen und wurde dabei auf dem Glockenturm der Franziskanerkirche fotografiert.

Ob dies der Auslöser war für den Bau von gleich zwei geeigneten Nistplätzen innerhalb der Altstadt in diesem Jahr konnte ich leider nicht herausfinden. Fakt ist, dass die beiden neu gebauten Penthäuser sofort bezogen wurden. Um eines der Nester sollen sich sogar 3 Storchenpaare gleichzeitig beworben haben. Dabei ist sonst der Wohnungsmarkt im Zentrum unserer historischen Stadt relativ entspannt. Aber Wohnungen mit besonderer Aussicht sind eben besonders gefragt.

Zimmer mit Aussicht - Der Markusturm

Der Markusturm, inzwischen Sitz unseres Stadtarchives, ist als Teil der 1. Stadtmauer und ehemaliges Stadttor ohnehin eine der Sehenswürdigkeiten Rothenburgs. Doch nachdem Anfang des Jahres Mitarbeiter der Stadt den Traum einer Storchenwohnung auf den Dachfirst gebaut haben, zieht der Turm noch mehr Blicke auf sich. Ende März / Anfang April wurde das Nest bezogen und das Ehepaar Adebar hat sich offensichtlich in ihrem Zimmer mit Aussicht sehr wohl gefühlt. Inzwischen ist das Familienglück anscheinend mit Drillingen gesegnet worden. Ganz sicher ist diese Information jedoch nicht. Mal wird mir von Zwei, mal von angeblich Vier Jungvögeln erzählt. Bilden Sie sich selbst eine Meinung. Herr Reifferscheid von Happy Ballooning hat diese wunderschönen Fotos erst kürzlich aufgenommen.

Taubertalblick

Das zweite Nest in der Altstadt befindet sich auf einem Wohnhaus an der Südseite der Franziskanerkirche und dürfte einen Traumhaften Blick ins Taubertal bieten. Auf der Spitze des östlichen Giebels, des so genannten „Teichert-Hauses“, ist das Storchennest relativ gut zu sehen, wenn man sich in westlicher Richtung (vom Kriminalmuseum kommend) auf der Burggasse nähert.

Auch in dem von Herrn H. Wohlfahrt privat finanzierten Vogelheim haben Jungstörche das Licht der Welt erblickt. Es sollen Zwei sein und damit stehen die Aussichten sehr gut, auch in den kommenden Jahren diese beeindruckenden Tiere immer wieder in Rothenburg o.d.T. und der Region begrüßen zu dürfen.

Über den Dächern von Rothenburg o.d.T.

Die Stadt hat aber noch viel mehr für Ornithologen oder Freunde von Flugtieren zu bieten. Die vielen Türme und Dachstühle bieten ausgezeichnete Nistgelegenheiten für Turmdohlen und Turmfalken. Auch Mauersegler soll es in Rothenburg geben. Ganz zu schweigen von den einzigen fliegenden Säugetieren, den Fledermäusen, die immer wieder zu sehen sind. Manchmal sogar besser als einem lieb ist. So bot sich mir zum Beispiel an einem Sommerabend vor 2 Jahren, als ich nach einer Nachtwächterführung in meine Wohnung kam, ein ganz besonderes Schauspiel. Ich hatte die Fenster offen gelassen und dies empfanden ein wildes Dutzend Fledermäuse als tolle Gelegenheit mir einen Besuch abzustatten. Es hat Ihnen anscheinend sehr gut gefallen, denn ich hatte noch Tage lang damit zu tun sie wieder aus meiner Wohnung zu entfernen. Da beobachte ich doch lieber die Tauben, wenn sie an einem der vielen Brunnen von Rothenburg ihren Durst stillen.

Natur in der Stadt

Es ist aber nicht nur die Fauna, die ich als Sehenswürdigkeit empfinde und die unsere ohnehin schon schöne Stadt noch sehenswerter macht. Immer wieder höre ich wie sehr Besucher von der Blumenpracht in der Altstadt begeistert sind. So gibt es zum Beispiel eine Vielzahl von wunderschönen Rosenbüschen die überall in der Stadt zu finden sind. Hier nur eine kleine Auswahl davon.

Dann sind da noch jede Menge Gärten und Blumenkästen die zum großen Teil privat gepflegt werden. Dazu kommen noch die sehr engagierten Rothenburger Stadtgärtner, allen voran Herr Kühn, der uns Rothenburger Stadtführern nicht nur sehr kompetent die Flora des östlichen Teils des Burggartens näher brachte, sondern mich auch auf einige sonstige Raritäten aufmerksam machte. Unter anderem sind da ein Judasbaum und ein Blauglockenbaum zu nennen. Am besten hat mir aber, zumindest dem Namen nach, die Mädchenhaaresche im Burggarten gefallen.

Nun bin ich zwar viel mehr Historiker als Botaniker und meist komplett hilflos wenn ich nach dem Namen von dieser Blume und jenem Baum, womöglich auch noch auf Englisch, gefragt werde, aber genießen kann ich die Schönheiten der Flora und Fauna trotzdem und möchte abschließend noch eine alte Lebensweisheit loswerden.

Lieber ein Storch auf dem Dach, als Fledermäuse im Wohnzimmer.

Wer schreibt denn hier?

Bin ich ein Rothenburger? JAIN! Mein Wurzeln liegen nur 15 km von Rothenburg entfernt. Brettheim, früher ein Teil des Stadtgebietes der Reichsstadt mit ca. 180 Dörfern, liegt heute in einem anderen Bundesland (BW). Das erklärt, weshalb ich mich als Rothenburger fühle, inzwischen auch in der Altstadt lebe, aber nicht wie ein Rothenburger klinge. Ich bin ein Hohenloher mit entsprechendem Dialekt (wenn ich will oder darf) und habe mich während meines Zivildienstes (1990/91) in der Jugendherberge in die Stadt verliebt. Außerdem habe ich mich durch die Gäste aus aller Welt inspirieren lassen und das Reisen für mich entdeckt. Menschen, Länder, Abenteuer lassen mich immer wieder meine Koffer packen. Doch genauso gerne kehre ich immer wieder zurück in diese selten schöne Stadt. Aus Hobby wurde Beruf.

Bereits 1993 kam ich zur Gästeführerei. Im Jahr 2000 habe ich mit einem Freund ein Reiseunternehmen gegründet und bin seit dem selbstständiger Stadtführer, Reiseleiter und Driverguide für Gäste aus aller Welt im In- und Ausland. Doch mein Schwerpunkt ist und bleibt Rothenburg ob der Tauber.

Hier kenne ich mich am besten aus. Hier bin ich Zuhaus.

Ihr Harald Ernst

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